Die letzte Phase der Verhandlungsdiplomatie

Die letzte Phase der Verhandlungsdiplomatie

 

Der Gesandte Allahs, Allahs Frieden und Segen auf ihn, verließ Schi‘b und machte mit der Verkündigung seines Glaubens wie gewohnt weiter. Quraisch hoben ebenso den Boykott auf aber fuhren mit ihren Gräueltaten und Unterdrückung gegenüber den Muslimen fort. Abu Talib, der beachtliche Achtzigjährige, war immer noch daran interessiert, seinen Neffen zu beschützen, aber zu dieser Zeit, und wegen einer Reihe von gewaltigen Ereignissen und anhaltender Pein, begann er, einige Schwächeanfälle aufzuzeigen. Kaum ging er als Sieger des inhumanen Boykotts hervor, schon war er von einer hartnäckigen Krankheit und physischer Entkräftung heimgesucht. Die Polytheisten von Mekka, die diese ernste Lage sahen und Angst vor dem Fleck der Schande hatten, den die anderen Araber ihnen zuschreiben könnten, falls sie irgendeine aggressive Aktion gegen den Propheten unternahmen, nachdem er seine wichtigste Stütze, Abu Talib, verloren hatte, trafen die Entscheidung, mit dem Propheten noch einmal zu verhandeln und Zugeständnisse einzureichen, die davor vorenthalten waren.

 

Sie entsandten dann einige Vertreter, um Abu Talib zu sehen und mit ihm über die Angelegenheit zu diskutieren. Ibn Ishaq und andere berichteten: „Als Abu Talib von einer ernsthaften Krankheit getroffen war, begannen die Leute von Quraisch, über die Situation zu beraten und besprachen die wichtigsten Merkmale, die diese Zeitspanne kennzeichneten und welche die Konversion von Umar und Hamzah zum Islam beinhalteten, gepaart mit dem enormen Aufruhr, den Muhammed bei allen Stämmen der Quraisch ausgelöst hatte.

Dann erachteten sie es als unabdingbar, Abu Talib zu sehen, bevor er starb, um auf seinen Neffen Druck auszuüben, einen Kompromiss bezüglich der verschiedenen Streitpunkte einzugehen.  

Sie hatten Angst, dass die anderen Araber ihnen die Last des Opportunismus zuschreiben könnten.

Die Delegierung der Quraisch umfasste 25 Männer, einschließlich angesehene wie Utbah ibn Rabi‘a, Schaibah ibn Rabi‘a, Ebu Dschehl ibn Hisham, Umayyah ibn Chalef, Ebu Sufyan ibn Harb.

Zunächst zollten sie ihm Anerkennung und bestätigten ihr hohes Ansehen seiner Person und Position unter ihnen.

Sie wandten sich der neuen Politik des gegenseitigen Geben und Nehmens zu, die sie, wie sie behaupteten, verfolgen wollten.

Um ihr Argument zu bekräftigen, behaupteten sie, es zu unterlassen, sich in seine Religion einzumischen, wenn er dasselbe tun würde. Abu Talib rief seinen Neffen herbei und unterrichtete ihn über die Protokolle seines Treffens mit ihnen, und sagte: „Nun, mein Neffe, hier sind die bekannten Persönlichkeiten deiner Leute. Sie haben dieses Treffen vorgeschlagen, um eine Politik der gegenseitigen Konzession und des friedlichen Nebeneinander vorzubringen.“

Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihn, wandte sich ihnen zu und sagte:

“Ich werde euch zu den Mitteln führen, mit denen ihr Souveränität über Araber und Nicht-Araber erlangen werdet.“  

In einer weiteren Version sagte der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihn, Abu Talib folgende Worte:

“Oh Onkel! Warum rufst du sie nicht zu etwas Besserem auf?” Abu Talib fragte ihn, „Was ist es, wozu du sie einlädst?“ Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihn, antwortete, „ Ich lade sie dazu ein, fest an einer Botschaft zu halten, die sich dazu verpflichtet, ihnen Zugang zur königlichen Herrschaft über die Araber und Nicht-Araber zu verschaffen.“

Nach Ibn Ishaks Version, “Es ist nur ein Wort, das euch Vormachtstellung über die Araber und Nicht-Araber geben wird.”

Die mekkanischen Delegierten brachen in unglaubliches Erstaunen aus und begannen sich zu fragen, was für ein Wort es war, welches ihnen in diesem Umfang nutzen würde.

Ebu Dschehl fragte, „Was ist dieses Wort? Ich schwöre bei deinem Vater, dass wir dir sicherlich deinen Wunsch und das Zehnfache davon gewähren.“ 

Er sagte, “Dass ihr bezeugt, dass es keinen Gott gibt, der angebetet werden darf außer Allah, und dass ihr euch dann irgendeiner Art der Verehrung, die ihr für irgendwelche Gottheiten außer Allah hegt, entledigt.“

Sie klatschten sofort spottend in ihre Hände, und sagten „Wie kannst du von uns erwarten, alle Gottheiten in einem Gott zu vereinen? Es ist wirklich etwas Verwunderliches.“

Beim Verlassen sagten sie zu sich, “Bei Gott, dieser Mann (Muhammed) wird niemals nachgeben, noch wird er irgendein Zugeständnis anbieten. Lasst uns an der Religion unserer Vorväter festhalten, und Allah wird zur rechten Zeit urteilen und den Streit zwischen uns und ihm beseitigen.“

Bezüglich dieses Ereignisses offenbarte Allah die folgenden Verse:

 

 

Sâd. Beim Koran, voller Ermahnung. Nein, diejenigen, die nicht glauben, sind in falschem Stolz und in Widerstreit. Wie viele Generationen haben Wir vor ihnen vernichtet, und sie schrien, als es keine Zeit zum Fliehen gab! Und sie (arabische Heiden) wundern sich, dass ein Warner zu ihnen aus ihnen gekommen ist. Und die Ungläubigen sagen, „Das ist ein Zauberer, ein Lügner. Hat er aus allen Göttern Einen Gott gemacht, das ist fürwahr etwas Verwunderliches!“

Und die Führer unter ihnen fuhren fort (indem sie sagten): ‚Macht weiter, und bleibt beständig zu euren Göttern! Wahrlich, das ist eine konstruierte Sache (gegen euch)!

Wir haben so etwas (Ähnliches) unter den Leuten der letzten Zeit nicht gehört. Das ist nichts außer eine Erfindung.“

 [38:1-7][1]

 

 

 

[1] Ibn Hisham, et-Tirmisi, Musned ebi Ye’ala, ibn Dscherier in seinem Tefsier

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