Tugenden der letzten zehn Nächte

Tugenden der letzten zehn Nächte

Gelobt sei Allah, der Herr der Welten, Frieden und Segen seien auf dem wahrhaftigen Propheten Mohammed (Frieden und Segen seien auf ihm), seiner Familie und seinen Gefährten.
Der Prophet (Friede sei mit ihm) pflegte an den letzten zehn Tagen des Monats Ramadan einen so harten Gottesdienst zu leisten, wie zu keiner anderen Zeit.

[Muslim, 1175, überliefert von 'A'ishah]

Er zog sich zu jener Zeit an einen Ort zurück und wartete (arab. I'tikaf )  auf die „Nacht der Offenbarung“ (arab. Laylat al-Qadr).

[Al-Bukhari, 1913; Muslim, 1169]

In dem Werk al-Sahihayn wird in einem von Aishah überlieferten Hadith berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) des Nachts wach blieb, seine Familie aufweckte und „sich rüstete“.

[al-Bukhari, 1920; Muslim, 1174]

Muslim fügte hinzu: Er strengte sich besonders an und „rüstete sich“.

Ihre Äußerung „rüstete sich“ stellt eine Metapher dar. Sie soll zum Ausdruck bringen, wie er sich auf den außerordentlichen Gottesdienst mit großer Anstrengung vorbereitete. Es bedeutet ungefähr „seine Ärmel hochkrempeln“ für den Gottesdienst, d.h. große Anstrengung für den Gottesdienst an den Tag legen. 
Es wurde ebenso gesagt, dass die Metapher das Fernhalten von Frauen und sexuellen Beziehungen symbolisiert.
Die Äußerung „des Nachts wach bleiben“ bedeutet, dass er Nachts nicht schlief und sie im Gebet verbrachte.

In einem weiteren von Aishah überlieferten Hadith heißt es: „Ich sah den Propheten (Friede sei mit ihm) nie dabei, dass er den gesamten Qur´an in einer Nacht rezitierte, oder eine ganze Nacht bis zum Morgen im Gebet verbrachte, außer im Monat Ramadan.“

[Sunan al-Nasa'i, 1641]

Die Worte „blieb des Nachts wach“ könnten bedeuten, dass er nicht die ganze Nacht wach blieb, sondern nach dem Nachtgebet und dem Suhur-Gebet (freiwilliges Gebet am Morgen). Er blieb den größten Teil der Nacht wach.
Die Worte „er weckte seine Familie auf“ bedeuten, dass er seine Frauen aufweckte, um den Qiyam zu beten.

Es ist bekannt, dass er (Friede sei mit ihm) seine Frauen jedes Jahr weckte, er weckte sie jedoch, um in einem Teil der Nacht das Qiyam- Gebet zu verrichten.

Im Sahih al- Bukhari wird berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) eines Nacht aufwachte und sagte: „Subhan Allah! Welche Widerwärtigkeiten sind heute Nacht hinabgestiegen! Welch ein Schatz ist heute Nacht hinabgestiegen! Wer wird die Bewohnerinnen dieser Wohnungen aufwecken? Es mag Frauen geben, die im Diesseits  bekleidet sind, im Jenseits jedoch nackt sind!“

[al-Bukhari, 1074]

Es wurde ebenso [im Sahih al-Bukhari] berichtet, dass er (Friede sei mit ihm) Aishah aufweckte, wenn er das Witr-Gebet verrichten wollte.

[al-Bukhari, 952]

Wenn er jedoch seine Frauen an den letzten zehn Tagen des Ramadan Nachts weckte, geschah dies beharrlicher als in anderen Zeiten des Jahres.
Die Tatsache, dass er dies tat, ist ein Indiz dafür, dass er dem Gottesdienst größte Bedeutung beimaß und diesen zu einer besonderen Zeit leistete.
Der Muslim soll den Propheten (Friede sei mit ihm) zum Vorbild nehmen, weil er das Beispiel ist. Deshalb soll er sich in der Anbetung Allahs anstrengen.

Er sollte die Stunden dieser Tage und Nächte nicht sinnlos verstreichen lassen, denn wir wissen nicht, ob wir diese Zeit erneut erleben dürfen. Genusszerstörer wie der Tod, den jeder Mensch kosten muss, könnte den Menschen einholen und aus dem Leben reißen. Sein Leben ist vorbei. Dann wird er Reue empfinden, aber diese wird nicht angenommen.

Zu den einzigartigen Tugenden dieser besonderen Nächte gehört die „Nacht der Offenbarung“ (arab. Laylat al-Qadr). Allah sagt: "Ha-Meem.“

(Diese Buchstaben gehören zu den Wundern des Qur´an und niemand außer Allah (allein) kennt ihre Bedeutungen.) 

„H.M. Bei dem deutlichen Buch! Wahrlich, Wir haben es hinabgesandt in einer gesegneten Nacht- Wir waren doch stets ein Warnender! In welcher der Unterschied zwischen allen Dingen in Weisheit erläutert wurde. Auf Unser Geheiß. Es gab stets Gesandte. Als eine Barmherzigkeit von deinem Herrn- Er ist fürwahr der Hörende, der Wissende.“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 44:1-6)

Allah sandte den Qur´an in jener Nacht hinab und Er, der Herr der Welten, beschrieb sie als gesegnet.

Von einer Gruppe Gefährten des Propheten (Friede sei mit ihm) Namens Salaf- unter ihnen auch Ibn 'Abbas, Qutadah, Sa'id ibn Jubayr, 'Ikrimah, Mujahid und anderen wurde überliefert, dass der Qur´an in dieser Nacht hinabgesandt worden ist.

In dieser Nacht wird das Schicksal aller Lebewesen für das nächste Jahr festgelegt.

In dieser Nacht wird niedergeschrieben, wer weiterhin leben wird, wer sterben wird, wer gerettet wird, wer verdammt wird, wem der Einlass ins Paradies gewährt wird, wer in die Hölle gehen wird, wem Ehre zuteil werden wird, wer gedemütigt werden wird, wo Dürre und Hungersnot herrschen wird und alles andere, was Allah will.

Was bedeutet es, dass das „Schicksal aller Lebewesen“ in dieser Nacht niedergeschrieben wird? Es bedeutet, dass Allah es am Besten weiß. Dass das Schicksal von al-Lawh al-Mahfooz überbracht wird.

Ibn Abbas sagte: „Ein Mann, den man dabei sieht, wie er sein Haus einrichtet oder das Feld bestellt, könnte einer sein, der kurz vorm Sterben ist.“ Das heißt, dass in dieser Nacht niedergeschrieben wird, dass er einer von jenen ist, der in diesem Jahr aus dem Leben scheiden wird. Das Schicksal der Menschen wird in dieser Nacht den Engeln gezeigt.

„Qadr“bedeutet „Ehrfurcht“ oder „Verehrung“, d.h. es handelt sich um eine Nacht, die verehrt wird wegen ihrer besonderen Eigenschaften. Die Person, die in dieser Nacht wach bleibt, ist demnach eine ehrbare Person.

Ebenso wurde gesagt, dass „Qadr“ „Beengung“ bedeutet. Dies hängt damit zusammen, dass das Wissen über den genauen Zeitpunkt dieser Nacht verborgen ist. Al-Khalil ibn Ahmad sagte: „Diese Nacht nennt sich „Laylat al-Qadr“, weil die Erde in dieser Nacht von einer großen Anzahl Engel beengt wird. Daher die Bedeutung „Beengung“.“

Allah sagt (in ungefährer Bedeutung):

„Wenn Er ihn aber prüft, indem Er ihm Seine Versorgung kurz bemisst, dann sagt er: ´Mein Herr hat mich erniedrigt.´“

Wenn Allah z.B. seine Versorgung beschneidet.

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 89:16)
 

Es wurde ebenso gesagt, dass „Qadr“ „Schicksal“ bedeutet, d.h. In dieser Nacht wird das Schicksal für das kommende Jahr angeordnet, wie Allah sagt (in ungefährer Bedeutung):

„In welcher der Unterschied zwischen allen Dingen in Weisheit erläutert wurde.“

In dieser Nacht entscheidet Allah.

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 44:4)

So kam es, dass Allah diese Nacht  „Laylat al-Qadr“ nannte, wegen ihres hohen Wertes und ihrer hohen Stellung bei Allah und weil so viele Sünden vergeben werden und so viele Fehler in dieser Nacht gelöscht werden.

Denn es ist die Nacht der Vergebung, wie es in  al-Sahihayn von Abu Hurayrah überliefert wurde, dass der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) sagte:

„Wer auch immer während dieser Nacht aufgrund aufrichtigenGlaubens wach bleibt, dem werden all seine vorherigen Sünden vergeben.“

[Al-Bukhari, 1910; Muslim, 760]

Allah versah diese Nacht mit besonderen Eigenschaften, die sie einzigartig machen:

Es ist die Nacht, in der der Qur´an herabgesandt wurde, wie zuvor erwähnt.

Ibn Abbas et alii sagten:

„Allah sandte den Qur´an in einer Zeit vom al-Lawh al-Mahfooz zu  Bayt al-'Izzah, in den ersten Himmel, dann wurde er dem Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm) in einem Zeitraum von 23 Jahren offenbart.“

[Tafsir Ibn Kathir, 4/529]

Allah sagte über diese Nacht, dass sie  besser sei als 1000 Monate, wie Er sagt (in ungefährer Bedeutung):

„Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate.“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 97:3)

Allah sagt über sie, dass sie gesegnet sei, wie Er sagt (in ungefährer Bedeutung):

„Wahrlich, Wir haben es hinabgesandt in einer gesegneten Nacht.“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 44:3)

„In dieser Nacht steigen die Engel und der Geist hinab, weil diese Nacht so gesegnet ist. Die Engel steigen ab, wenn Allahs Gnade und Barmherzigkeit auf die Erde kommen, so wie sie hinabsteigen, wenn der Qur´an rezitiert wird. Sie umgeben die Runden des Gedenkens (Runden, in denen Allahs gedacht wird). Die Engel senken ihreFlügel aus Respekt für jenen, der aufrichtig nach Wissen sucht.“

[Siehe Tafsir Ibn Kathir, 4/531]

 

Der Geist (arab. „Al-Ruh“) ist Jibril (Friede sei mit ihm), der besonders als Respektbekundung für ihn erwähnt wird.
 

Die Nacht wird als „Frieden“ bezeichnet, d.h. Mujahid zufolge ist sie sicher, weil der Satan in dieser Nacht nichts Böses tun und keinen Schaden anrichten kann.

[Siehe Tafsir Ibn Kathir, 4/531]

 
In dieser Nacht werden viele vor der Strafe Allahs bewahrt, weil sie Seiner gedenken, gelobt sei Er.


"In welcher der Unterschied zwischen allen Dingen in Weisheit erläutert wurde.“

[al-Dukhan 44:4 – Auslegung der Bedeutung]

Die Angelegenheiten dieses Jahres werden vom al-Lawh al-Mahfooz zu den Engeln befördert, die die Anordnungen aufzeichnen: Sie zeichnen auf, wer weiterleben darf, wer sterben wird, welche Belohnung Leute bekommen werden, was bis zum Ende des Jahres geschehen wird. Jede Anordnung wird aufgezeichnet und kann nicht geändert werden.

[Siehe Tafsir Ibn Kathir, 4/137, 138]

Alle Angelegenheiten sind Allah bekannt, bevor sie niedergeschrieben werden, aber Er setzt die Engel in Kenntnis und befiehlt ihnen, was sie tun sollen.

[Sharh Sahih Muslim li'l-Nawawi, 8/57]

Allah vergibt demjenigen die vergangenen Sünden, der wach bleibt und in dieser Nacht aufrichtigen Herzens betet und auf Seine Belohnung hofft.

Von Abu  Hurayrah wurde überliefert, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:

„Wer im Monat Ramadan aus tiefstem Glauben fastet, auf die Belohnung Allahs hofft, dem werden alle vergangenen Sünden vergeben. Wer in dieser Nacht aus tiefstem Glauben wach bleibt und auf die Belohnung Allahs hofft, dem werden alle vergangenen Sünden vergeben.“

[im Einvernehmen]

Der Ausdruck „aus tiefstem Glauben und in der Hoffnung auf die Belohnung Allahs“ bedeutet, dass man an Allahs Belohnung glauben und diese Belohnung anstreben soll.

[Fath al-Bari, 4/251]

Allah offenbarte eine Sure, die von dieser Nacht handelt, die bis zum Jüngsten Tag rezitiert werden wird. In dieser Sure erwähnt Er die Ehre und den hohen Wert dieser Nacht. Von der folgenden Sure ist die Rede:
„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist? Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit ihres Herrn Erlaubnis herab, mit jeglichem Auftrag. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 94:5)

Der Satz „Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist?“ hat den Sinn zu verdeutlichen, wie wichtig diese Nacht ist.
„Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate“ bedeutet, dass sie besser ist als 83 Jahre, wie zuvor erwähnt.

Es ist eine große Tugend, den Wert dieser Nacht kennt nur Allah, der Allmächtige, in vollem Umfang.

Der Muslim wird ermutigt, die Nacht im Gebet zu verbringen und das Antlitz Allahs anzustreben. Der Prophet (Friede sei mit ihm) strebte nach dieser Nacht, um ihr Gutes abzugewinnen und er ist das Vorbild für die muslimische Gemeinschaft.
Es ist erwünscht, sie in den letzten zehn Tagen des Monats Ramadan anzustreben.

Im Sahih Muslim wurde berichtet, dass Abu Sa'id al-Khudri sagte:

„Der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) erwartete (arab. „Itikaf“) an den ersten zehn Tagen des Ramadan und an den mittleren zehn Tagen des Ramadan die Nacht des Schicksals. Er verweilte in einem türkischen Zelt (das Wort Qubbah, das hier als „Zelt“ übersetzt wurde ist eine Bezeichnung für jede Art von dreieckigen Zelten), in dem lediglich eine  Matte platziert wurde.“ Er sagte:

„Er ergriff die Matte und legte sie an die Seite des Zeltes, erhob seinen Kopf und sprach zu den Menschen. Sie näherten sich ihm. Er sagte: „Ich erhoffte die Nacht des Schicksals in den ersten zehn Tagen, dann in den mittleren zehn Tagen. Dann kam jemand und erzählte mir, dass sie in den letzten zehn Tagen zu erwarten sei. Egal wer sie erwarten will (Itikaf), soll es tun.“

So kam es, dass die Menschen mit ihm auf sie hofften. Er sagte:

„Mir wurde an dem Morgen, als ich mich in Schlamm und Wasser niederwarf, eine ungerade Nacht gezeigt.“ Am Morgen des 21., stand er auf, um das Subh- Gebet zu verrichten. Es regnete; das Dach der Moschee war undicht und Schlamm und Wasser lagen überall.

 

Er kam heraus, nachdem er gebetet hatte, hatte er Schlamm und Wasser auf der Stirn und der Nase. Es war der Morgen des 21., einer der zehn letzten Tage.“

[Sahih Muslim, 1167]

In einem Bericht von Abu Said heißt es: „Am 21. regnete es in der Nacht. Das Dach der Moschee war über dem Gebetsplatz des Gesandten (Friede sei mit ihm) undicht. Ich sah ihn an, als er das Suhr- Gebet verrichtet hatte. Sein Gesicht war nass und von Schlamm und Wasser bedeckt.“

(Im Einvernehmen)

Muslim überlieferte einen Ausspruch des Propheten (Friede sei mit ihm) von Abd-Allah ibn Unays, das dem Hadith von Abu Said ähnelt, außer dass dieser sagte: „Es regnete in der Nacht des 23.“

Einem Hadith von Ibn Abbas entsprechend heißt es, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:

„Erstrebt diese Nacht in den letzten zehn Tagen, wenn neun, sieben oder fünf Tage verbleiben.“

[Überliefert von al-Bukhari, 4/260]

Laylat al-Qadr ist in den letzten zehn Tagen des Ramadan, wie in dem Hadith von Abu Said berichet. Ebenso nach Aishas und Ibn Umars Aussagen, die überlieferten, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte: „Hofft in den letzten zehn Tagen des Ramadan auf die Nacht des Schicksals“

[Der Hadith von 'A'ishah wurde von al-Bukhari überliefert, 4/259; der Hadith von Ibn 'Umar wurde von Muslim überliefert, 2/823. Dieser Hadith geht auf 'A'ishah zurück]

Es ist wahrscheinlicher, dass sie in den ungeraden Nächten ist, weil der Hadith von Aishah besagt, dass der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) sagte: „Hofft in den ungeraden Nächten der letzten zehn Nächte auf sie.“

[Überliefert von al-Bukhari, 4/259]

Man sollte sie besonders in den ungeraden Nächten, am 21., 23, 25., 27., 29. erhoffen.

Es wurde im al-Sahihayn  wurd berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:

„Erhofft sie in den letzten zehn Nächten, in den ungeraden Nächten.“

[Überliefert von al-Bukhari, 1912, siehe auch, 1913. Auch von Muslim, 1167, siehe auch 1165]

Dem Hadith von Ibn Abbas zufolge, sagte der Prophet (Friede sei mit ihm): „Erhofft sie in den letzten zehn Tagen des Ramadan, wenn nur noch neun, sieben oder fünf übrig sind.“

[Überliefert von al-Bukhari, 1917-1918]

Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass sie in den ungeraden Nächten kommt.

Im  Sahih al-Bukhari wurde berichtet, dass 'Ubadah ibn al-Samit sagte: „Der Prophet (Friede sei mit ihm) kam hinaus, um uns mitzuteilen, wann die Nacht des Schicksals ist. Zwei der Muslime waren in einem Streitgespräch. Er sagte: „Ich kam her, um euch zu sagen, wann die Nacht des Schicksals ist (das Wissen über diese Nacht) etc. Dieses Wissen wurde mir entrissen. Wahrscheinlich ist dies besser für dich. Erwartet sie in der neunten, fünften und siebten.“ Das heißt in den ungeraden Nächten.

[al-Bukhari, 1919]

Dieser Hadith verdeutlicht, wie schlimm es ist sich zu streiten, besonders in Fragen der Religion. Dies ist ein Fall, in dem Gutes aufgrund von Schlechtem weggerissen oder verborgen wird. 
„Aber ungerade Zahlen haben mit Vergangenem zu tun (d.h. wenn man vom Beginn des Monats anfängt zu zählen), deshalb sollte man am 21., 23.,  27. oder 29. auf sie hoffen. Aussage des Propheten (Friede sei mit ihm) über die übrigen Tage: „Wenn neun übrig sind, oder sieben, oder fünf, oder drei.“ Auf dieser Grundlage hat der Monat dreißig Tage, diese werden gerade Nächte sein. Deshalb werden am 24. sieben Tage verbleiben.  Auf diese Weise wurde es von Abu Sa'eed al-Khudri in einem authentischen Hadith erklärt. So betete der Prophet (Friede sei mit ihm) in diesem Monat das Qiyam- Gebet. 

In diesem Falle sollte der Gläubige diese Nacht in den letzten zehn Tagen erwarten.“

 

Shaykh al-Islam ibn Taymiyah sagte:

[Rechtsgutachten al-Fatawa, 25/284, 285]

 

Es ist wahrscheinlich, dass Laylat al-Qadr in den letzten sieben Tagen ist.

Ibn 'Umar berichtete, dass einem Mann von den Gefährten des Propheten (Friede sei mit ihm) die Nacht des Schicksals in einem Traum gezeigt wurde. Dies geschah in den letztem sieben Tagen.

Der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) sagte:

„Es scheint, dass dein Traum bestätigt, dass sie in den letzten sieben Tagen ist. Wer sie in diesen letzten sieben erwarten will, soll es tun.“

[Überliefert von al-Bukhari, 1911; Muslim, 1165]

Muslim berichtete:

„Erhoffe sie in den letzten zehn Nächten und wenn einer von euch zu schwach ist oder nicht in der Lage sein sollte, so soll er die letzten sieben Tage nicht versäumen.“

Am wahrscheinlichsten ist sie am 27. des Monats.

Es wurde in einem Hadith von Ahmad  Ibn 'Umar  und in einem von Abu Dawud aus Mu'awiyah berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte: "Laylat al-Qadr ist in der Nacht des 27. des Monats.“

[Musnad Ahmad und Sunan Abu Dawud, 1386]

Die Ansicht, dass es die Nacht des 27. ist, ist die Meinung der meisten Gefährten und der Mehrheit der Gelehrten und Ubay Ibn Kab bestätigte, ohne "insha'Allah" zu sagen, dass es die Nacht des 27. sei.

Zurr ibn Hubaysh sagte: „Ich sagte: Was bringt dich dazu, dies zu sagen, o Abu'l-Mundhir? Er entgegnete: „Wegen der Zeichen, die der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) uns gab: Dass die Sonne ohne sichtbare Strahlen scheint.“

[Überliefert von Muslim,2/268]

Viele auf den Propheten zurückgeführte Hadithe (marfu' ahadith) sagen aus, dass sie in dieser Nacht sei.

Ibn Abbas berichtete auch, dass es die Nacht des 27. sei.

Er kam durch ein erstaunliches Mittel zu dieser Schlussfolgerung.

Es wurde berichtet, dass Umar die Gefährten, einschließlich Ibn Abbas zusammenrief, obwohl dieser noch sehr jung war.

Sie sagten: „Ibn Abbas ist wie eins unserer Kinder. Warum habt ihr ihn zu uns gebracht?“ Umar sagte: „Er ist ein Junge, der vernünftig ist und viele Fragen stellt.“ Dann befragte er die Gefährten zur Nacht des Schicksals und alle stimmten darin überein, dass sie in den letzten zehn Tagen des Ramadan sei. Er fragte Ibn Abbas und dieser sagte: „Ich denke, ich weiß, wann sie ist. Sie kommt in der Nacht des 27.!“ Umar sagte: „Wie kommst du dazu?“ Er sagte: „Allah erschuf sieben Himmel, sieben Erden, sieben Tage, er schuf Menschen aus sieben, die Kaaba wird siebenmal umkreist, al- Sai ist sieben und das Steinigen der Jamar beträgt sieben Male.“

Aufgrund dieser Analyse dachte Ibn Abbas, dass es die Nacht des 27. sein müsste.

Dies wurde von Ibn Abbas berichtet.

Das Wort „fihaa“ in dem Vers ist ein anderer Weg, der zu dieser Schlussfolgerung führt, dass diese Nacht auf den 27. fällt.

“In ihr kommen die Engel und der Geist (Gabriel)(...).“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 97:4)

Es ist das 27. Wort der Sure al- Qadr (im Original).

Es gibt keinen Beweis aus der Scharia für diese Art der Analyse und es gibt keinen Anlass für solche Rechnungen, weil in der Scharia genügend Beweise zur Verfügung stehen.
Die Tatsache, dass die Nacht gewöhnlich auf den 27. fällt, bedeutet nicht, dass dies immer so sein muss. Allah weiß es am besten.

Sie könnte auf den 21. fallen, wie in dem Hadith von Abu Said berichtet wird. Sie könnte auch auf den 23. fallen, wie in dem Hadith von Abdallah Ibn Unays erwähnt.

Einem von Ibn Abbas überlieferten Hadith zufolge, sagte der Prophet (Friede sei mit ihm): „Hofft in den letzten Tagen des Ramadan auf die Nacht des Schicksals. Dann, wenn neun, sieben oder fünf übrig bleiben.“

[al-Bukhari, 4/260]

Einige Gelehrte dachten, dass es wahrscheinlicher sei, dass die Nacht sich verschiebt und nicht jedes Jahr in einer bestimmten Nacht. 

Al- Nawawi sagte: „Das ist die offensichtliche Bedeutung wegen des Konflikts zwischen den authentischen Hadithen in Bezug auf diese Angelegenheit. Es gibt keinen anderen Weg, außer anzunehmen, dass die Nacht des Schicksals sich verschiebt.“ [al-Majmu', 6/450]

Allah hat diese Nacht verborgen, damit Seine Diener mühsam nach ihr suchen mögen, genauso wie Er die Uhrzeit des Freitagsgebets etc. verbirgt.
Der Diener soll mühsam in diesen Tagen und Nächten nach dieser Nacht Ausschau halten und dem Beispiel des Propheten (Friede sei mit ihm) folgen. Er soll beten und Allahs Nähe anstreben.

Aishah berichtete:

„Ich sagte: O Gesandter Allahs, was soll ich sagen, wenn ich Zeugin der Nacht des Schicksals werden sollte? Was meinst du? Er sagte:

„Sag: O Allah, Du bist allvergebend und großzügig, Du liebst die Vergebung, so vergib mir.“

[Überliefert von Imam Ahmad, al-Tirmidhi (3515) und Ibn Majah (3850). Sahih]

Drittens: In diese Nacht (Itikaf) wurde mehr Segen gelegt als in andere des Jahres.

Itikaf bedeutet, dass man in der Moschee verweilt, Allah dient, möge Er erhoben sein.

Der Prophet (Friede sei mit ihm) pflegte diese zehn Tage im Zustand des Itikaf zu verbringen wie in dem Hadith von Abu Said überliefert wurde. 

Er verbrachte die ersten zehn Tage im Zustand des Itikaf, dann die mittleren zehn Tage. Dann sagte er ihnen, dass er die Nacht des Schicksals erhoffe und dass ihm gezeigt wurde, dass sie in den letzten zehn Tagen sei. Er sagte auch: 

„Wer auch immer mit mir auf die Nacht des Schicksals wartete, der soll in den letzten zehn Tagen warten.“

Es wurde von Aishah berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) in den letzten zehn Tagen wartete, bis er verstarb. Seine Frauen setzten dies nach seinem Tode fort.

(Im Einvernehmen)

Als der Prophet (Friede sei mit ihm) warten wollte, verrichtete er das Morgengebet, ging wieder an den Ort, an dem er wartete, wie von Aishah berichtet.

Die vier Imame und andere (möge Allah ihnen Gnade erweisen) sagten, dass er vor Sonnenaufgang an den Ort zurückkehrte. Sie interpretierten den Hadith dahingehend, dass er sich nach dem Suhr- Gebet von allen zurückzog und nicht als der Beginn der Zeit des Wartens (Itikafs).[Siehe Sharh Muslim li'l-Nawawi, 8/68, 69; Fath al-Bari, 4/277]

Es gehört zur Sunna, dass der Diener viel Gottesdienst macht. Geschlechtsverkehr oder ähnliche Dinge sind ihm versagt, weil Allah sagt:
„Erlaubt ist euch, in der Nacht des Fastens euren Frauen beizuwohnen. Sie sind euch ein Kleid, und ihr seid ihnen ein Kleid. Und verkehrt nicht mit ihnen, wenn ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt.“

(Der Koran. Aus dem Arabischen von Max Henning. Sure 2:187)

Man soll die Moschee nur im äußersten Notfall verlassen.


Vorzeichen der Nacht des Schicksals

 

Das erste Zeichen: Im Sahih Muslim wurde nach einem Hadith von Ubayy Ibn Kab berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) verkündete, dass eines der Zeichen sei, dass die Sonne ohne Strahlen aufgeht. [Muslim, 762]

Das zweite Zeichen: Nach dem von Ibn Abbas, von Ibn Khuzaimah und von  al-Tayalisi überlieferten Hadith, sagte der Prophet (Friede sei mit ihm): „Laylat al-Qadr ist eine erfreuliche Nacht, nicht zu warm und nicht zu kalt und am nächsten Tag geht die Sonne rot und schwach auf.“

[Sahih Ibn Khuzaymah, 2912; Musnad al-Tayalisi]

Das dritte Zeichen: Von  al-Tabarani und Hasan Isnad sowie Wathilah ibn al-Asqa' wird berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:

„Laylat al-Qadr ist eine helle Nacht, weder heiß noch kalt und keine Meteoren sind zu sehen.“

[Berichtet von al-Tabarani in al-Kabir. Siehe Majma' al-Zawa'id, 3/179; Musnad Ahmad]

Diese drei authentischen Hadithe erklären die Vorzeichen der Nacht des Schicksals.

Es ist für jenen, der die Nacht des Schicksals „erfasst“ nicht wichtig, dass er sie „erfasst“ hat.

Der Punkt ist, dass man sich bemüht und aufrichtig Gottesdienste leistet. Nicht das man sie „erfasst“ hat.

Es könnte sein, dass einige, die dies nicht wissen, bei Allah einen höheren Rang haben als jene, die sie erfassen konnten, weil diese mehr Gottesdienste leisteten.

Wir bitten Allah darum, dass Er unser Fasten und unsere Gebete annimmt und uns dabei hilft Seiner zu gedenken und Ihm Dank zu erweisen und Ihm angemessen zu dienen. Möge Allah unseren Propheten Muhammed segnen. Amin
 

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