Die wahre Religion

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Wenn du mitten in der Wüste ein Haus entdecken würdest, würdest du nicht annehmen, der Wind habe zufällig Stein auf Stein gesetzt. Seine Ordnung, sein Aufbau und sein Zweck ließen dich unmittelbar erkennen: Dieses Haus wurde geplant und erbaut.

Wie viel mehr gilt dies für den Menschen und das Universum? Wir leben in einer Welt, die von erstaunlicher Ordnung geprägt ist – von den Gesetzmäßigkeiten des Kosmos bis zu den fein aufeinander abgestimmten Vorgängen in unserem Körper. Die Wissenschaft kann viele dieser Abläufe beschreiben. Doch die entscheidenden Fragen reichen tiefer: Warum existiert überhaupt etwas? Woher stammen diese Ordnung und diese Gesetzmäßigkeiten? Und weshalb besitzt der Mensch Bewusstsein, Vernunft und ein unstillbares Verlangen nach Sinn?

Der Qurʾān richtet deshalb eine schlichte, aber gewaltige Frage an den Menschen:

„Oder wurden sie etwa aus dem Nichts erschaffen? Oder sind sie selbst die Schöpfer? Oder haben sie die Himmel und die Erde erschaffen? Nein! Vielmehr fehlt ihnen die Gewissheit.“

Qurʾān, Sure at-Tūr, 52:35–36

Der Islam lehrt, dass hinter unserer Existenz nicht der blinde Zufall steht, sondern ein einziger, allwissender und allmächtiger Schöpfer. Er ist nicht Teil Seiner Schöpfung und nichts ist Ihm gleich. Er ist weder Mann noch Frau, wurde nicht geboren und ist auf niemanden angewiesen. Alles hingegen ist von Ihm abhängig.

Dieser Schöpfer hat den Menschen nicht ohne Sinn erschaffen und ihn nicht ohne Führung gelassen. Zu allen Zeiten sandte Er Propheten: unter ihnen Noah, Abraham, Moses, Jesus und schließlich Muhammad – Allahs Frieden und Segen seien auf ihnen allen. Ihre grundlegende Botschaft war dieselbe:

Dient allein dem Schöpfer und macht nichts von Seiner Schöpfung zu einem Gegenstand der Anbetung.

Der Islam ist daher seinem Ursprung nach keine neue Religion. Er ist die Fortführung und Vollendung jener Botschaft, mit der alle Propheten zu ihren Völkern kamen: die alleinige Anbetung Gottes, ein rechtschaffenes Leben und die Verantwortung des Menschen vor seinem Schöpfer.

Im Laufe der Geschichte wurden religiöse Lehren verändert, vergessen oder mit menschlichen Vorstellungen vermischt. Deshalb sandte Gott Muhammad ﷺ als letzten Propheten für die gesamte Menschheit und offenbarte ihm den Qurʾān als letzte göttliche Botschaft.

Der Qurʾān lädt nicht zu blindem Glauben ein. Er fordert den Menschen auf, nachzudenken, zu beobachten und ehrlich nach der Wahrheit zu suchen. Er beantwortet jene Fragen, denen letztlich niemand entkommen kann:

Woher komme ich?
Warum bin ich hier?
Was geschieht nach meinem Tod?
Und wofür werde ich eines Tages zur Rechenschaft gezogen?

Der Islam lehrt, dass dieses Leben keine bedeutungslose Folge von Zufällen ist. Es ist eine Prüfung und zugleich eine Gelegenheit: den Schöpfer zu erkennen, Ihm allein zu dienen, Gutes zu tun und zu Ihm zurückzukehren. Wer aufrichtig an Gott glaubt, Ihn allein anbetet und Seiner Rechtleitung folgt, dem verspricht Er Vergebung und das ewige Leben im Paradies.

Der Eintritt in den Islam beginnt mit einer bewussten und aufrichtigen Überzeugung:

„Ich bezeuge, dass niemand das Recht besitzt, angebetet zu werden, außer Allah. Und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.“

Diese Worte sind keine bloße Formel. Sie sind eine Entscheidung: den Schöpfer über die Schöpfung zu stellen, die Wahrheit anzunehmen und dem eigenen Leben eine Richtung zu geben, die nicht mit dem Tod endet.

Wir Muslime glauben, dass der Islam die bewahrte und vollendete Botschaft aller Propheten ist. Doch niemand verlangt von dir, dies ungeprüft anzunehmen. Lies, frage, denke nach und bitte den Schöpfer aufrichtig, dir die Wahrheit zu zeigen.

Denn wenn diese Botschaft wahr ist, gibt es für den Menschen keine wichtigere Erkenntnis.



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