Jannah - Mein Weg

24-04-2008

Mein Weg zum Islam

Als aller erstes moechte ich mich gerne ein mal vorstellen mein Name ist Jannah ( bzw. mein neuer islamischer Name ist Jannah) und ich habe den Islam vor eine Jahr und 4 Monaten angenommen. Ich bin Griechin und bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich war vorher griechisch orthodox und ich bin in einer strengen griechischen Familie aufgewachsen, was bedeuted das ich eigentlich fast mit den gleichen Regeln aufgewachsen bin wie eine Muslimin. Also man durfte nicht in Clubs und Discos man durfte eigentlich fast kaum irgendwo alleine hin gehen man durfte natuerlich keinen Freund haben etc. , die einzigen Dinge die sich da im Vergleich zu einer islamischen Familie aendern ist das Alkohol nicht verboten ist was bei uns, also in einer glaeubigen Familie aber nicht heisst das man jetzt ohne Grund trinkt und sich besaeuft. Ausserdem kann man sich anziehen wie man es moechte und man kann Schweinefleisch essen etc…, alles andere ist eigentlich fast gleich.Meine Familie ist auch eigentlich sehr glaeubig und war ich war auch immer sehr glaeubig aber mir hat irgendwie immer etwas gefehlt im Christentum. Wir sind emotional sehr aneinander gebunden und halten sueinander. Wirs sind insgesamt 3 Schwestern und ich bin die juengste.

Das ist jetzt einfach mal nur eine einleitung damit man mal den familiaeren Hintergrund sieht.

Obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin und dort zur Schule gegangen bin und viel muslimische Freunde hatte habe ich von denen eigentlich nie so irgendetwas von Islam mitbekommen.

Meinen ersten richtigen Kontakt mit dem Islam hatte ich als ich 11 Jahre alt war und mit meiner Familie in die Vereinigten Arabische Emirate gereist bin zum Urlaub und dort das erste mal den Athan gehoert habe. Ich weiss nicht aber dieses Gefuehl und dieser Klang haben sich irgendwie in mein Herz eingenistet und sind da auch fuer immer drin geblieben sub7anallah. Dieser Aufenthalt in diesem Land hat ganz viele Fragen in mich geweckt und ich hab mich auch ganz stark zu diesem Land und zu diesen Menschen irgendwie hingezogen gefuehlt. Daraufhin sind wir noch in viele andere muslimische Laender gereist hauptsaechlich in die Golfstaaten und ich hatte immer dieses warme Gefuehl und diese Liebe zu diesen Laendern entwickelt habe auch dann immer mehr so vom Islam mitbekommen aber ich war halt selber noch sehr jung und die Vorurteile die man hat und natuerlich auch die Familie lassen einen da nie so wirklich die Wahrheit erforschen.

Als ich 18 Jahre alt geworden bin bin ich dann nach Griechenland in die Universitaet um dort Oekonomie zu studieren und hab dort dann einige Freunde gehabt die aus Aegypten sind und Muslime sind, die haben mir natuerlich auch kein grosses Wissen ueber den Islam vermittelt weil die eher am party machen waren und getrunken haben und eigentlich den Islam so gar nicht richtig praktiziert haben. Dann ging es aber so mit dem 11 September los und so die ganze Anti – Islam Geschichte hat mich so richtig gestoert und obwohl ich eigentlich nicht viel vom islam wusste und selber viel am Islam zu kritisieren hatte(wie z.B.: das Kopftuch, etc…) hat es mich total gestoert wenn Leute schlecht ueber den Islam und die Muslime gesprochen haben. Und ich war eigentlich auch so immer ein Kind das viel gelesen hat bzw. sich viel mit Kultur und Sozialwissenschaften beschaeftigt hat und al7amdullillah habe ich immer Themen die so im Fernsehen gekommen sind und die man immer auch versucht hat uns so durch die Schule oder Universitaet zu vermitteln angezweifelt und nach eigener Suche meine eigene Meinung gebildet.

Auf jeden Fall wollte ich dann wissen wo diese ganzen Dinge stehen ueber den Islam wie Krieg und Frauen schlagen und Kopftuch und Genitalverstuemmelung und warum man sich in die Luft sprengen darf fuer die Religion und all diese Dinge die man halt taeglich so mitbekommt, wo diese stehen und geschrieben sind im Koran. Also hatte ich mir vorgenommen mich da jetzt wirklich ernst damit zu befassen und den Koran zu lesen. Ich habe aber zu Anfang erst ein mal im Internet die ganzen Artikel gelesen und das war dann auch so verwirrend und alle diese Pro und Kontra Geschichten und ich bin dann auch auf Shi3a gestossen und damals wusste ich ja gar nicht was der Unterschied zwischen shi3a und sunnah und all dies ist und al7amdullillah hat mich Allah in die richtige Richtung geleitet und bin natuerlich zum sunnitischen Glauben gekommen.

Es war kurz vor Ramadan 2006 als ich dann intensiv angefangen habe mich ueber den Islam und seine Richtigkeit als Religion zu befassen . Und da war ich immer in einem arabischen Chat Raum drin wo ich eine Frau getroffen hatte die Amerikanerin ist und auch zum Islam konvertiert ist und in Kuwait verheiratet war und die mir eigentlich so zu Anfang sehr geholfen hatte. Auf jeden fall hat sie mir dann erklaert das man beim Kauf eines Korans aufpassen muss wegen der Uebersetzung und so weiter und dann hat sie mir einen Koran geschickt (Uebersetznung von Dr. Mohammad Muhsin Khan ins Englische). Und dann hatte ich ja auch genug Zeit weil ich war ja schon mit meinem Studium fertig zurueck in Deutschland habe in der Firma meines Vaters gearbeitet und genug Zeit mich meinen Recherchen zu widmen.

Der Punkt an der ganzen Sache ist das ich manchmal wirklich gedacht habe das ich irgendetwas falsches lese weil die Realitaet des Islams und die Botschaft des Islams ueberhaupt nichts mit dem zu tun hatten was ich vorher vom Islam gedacht hatte.

Und vor allem als ich die Biographie vom Propheten Mohammad sallahu aleihi wa sallam gelesen habe, das war so der Wendepunkt fuer mich. Ich hab immer gedacht das der Prophet Mohammad sallahu aleihi wa sallam, irgendein verruckter rachesuechtiger Mensch (estaghfurullah) waere der Menschen umgebracht hat und Frauen gehasst hat . Und dann las ich ueber sein Leben und war absolut davon ueberzeugt das dieser Mensch natuerlich ein Prophet war ein edler Mensch mit unglaublichen Charakterzuegen. Ich hab gar nicht genug bekommen vom lesen. Ich koennte jezt eigentlich ein ganzes Buch darueber schreiben wie das alles auf mich gewirkt hat und trotzdem wird es keiner der es nicht selber erlebt hat nachvollziehen koennen.

Ab dem Punkt habe ich dann angefangen zu Gott zu beten und ihn zu bitten mich recht zu leiten und mir die Wahrheit zu zeigen und mir Zeichen zu geben. Zur selben Zeit habe ich mich auch gefuehlt als wuerde ich mit dem Feuer spielen den ich hatte sehr viel Angst die Wahrheit zu finden, denn ich wusste das meine Familie so etwas nie akzeptieren wuerde.

Als ich dann die ersten Seiten vom Koran gelesen hatte passierten mir unglaubliche Dinge die man wohl kaum als Zufaelle bezeichnen kann.

Ich traf einige Tage spaeter eine Muslimin aus Aegyptin namens Noha, die nur fuer 6 monate in Deutschland war als Austausch Studentin, im Fitness Center denn es war ein Frauen Fitness Center also waren einige Musliminen dort anztreffen. Und ich sage das es unglaublich war Noha dort zu treffen weil ich erst mal monatelang nicht trainieren war wegen der Arbeit und dem ganzen Stress und es immer bevorzugte daheim zu lesen, und diese eine mal habe ich sie dann dort kennengelernt. Auf jeden fall als ich sie dort traf war es eine ganz komische Situation denn sie war die erste Person der ich sagte, als ich wusste das sie Muslimin war, das ich kurz davor bin zum Islam zu konvertieren. Uns sie war natuerlich total geschockt und auch froh darueber und ab dem Tag verbrachte sie jeden Tag damit mir den Islam zu erklaeren und mir jede Frage die ich hatte zu beantworten.

Nach einigen Monaten war ich natuerlich absolut sicher das der Islam die richtige Religion ist aber die Angst in mir wurde taeglich groesser und groesser. Und Noha fragte mich manchmal mit Traenen in den Augen was haelt dich zurueck was haelt dich davon ab dein Shahada zu sagen? Und das einzige was mich davon abhielt war meine Angst, meine Familie der Shaytan der mit mir spielte.

Zum islamischen Neujahr 2007 sagte ich meine Shahada auf und nahm den Islam an al7amdullillah 7irob il alamin. Ich weiss und bin 100 % davon ueberzeugt das dies das beste war das ich je in meinem Leben gemacht habe und ich bin sehr gluecklich darueber heute als Musliminin in einem islamischen Land leben zu koennen. Obwohl ich es mir nicht wirklich ausgesucht habe hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu leben…ich waere viel lieber bei meiner Familie.

Leider hatten sich all diese Aengste und Alptraeume die ich hatte wegen meiner Familie in die Realitaet umgesetzt. Ich hielt es ungefaehr 3 Monate geheim das ich Muslimin geworden bin bis es meine Eltern von alleine herausgefunden hatten. Ich hab es nicht wirklich vor Ihnen versteckt den ich wollte natuerlich das meine Familie sich langsam an den Gedanken des Islams gewoehnen … und sub7anallah so lange es nur um Konversation ging war das auch ok meine Eltern wussten das ich mich damit befasse und stimmten mir in vielen Diskussionen die wir ueber den Islam hatten zu. Bei Fragen wie die Erbsuende oder ob Isa aleihi salam ein Sohn Gottes ist oder ein Prophet. In den meisten Dingen stimmten mir meine Eltern zu. Aber als sie ploetzlich gemerkt hatten das ich mich aendere und das ich vielleicht den Islam als Religion annehmen koennte da aenderte sich alles.

Meine Familie hat sich da eine ganze Geschichte ausgedacht und mich nach Griechenland geschickt angeblich umd dort in unserer Firma zu arbeiten weil man Vater mich jetzt fuer eine zeitlang dort braucht und um meiner Schwester zu helfen mit ihren Kindern und so weiter. Dabei war das eigentlich alles nur ein Plan gewesen um mich hier von meinen muslimischen Freunden zu entfernen und das ich die ganzen Religionsfragen mal vergesse.

Das hab ich natuerlich herausgefunden als es schon zu spaet war als ich schon in Griechenland fest sass. Daraufhin kam meine Mutter auch nach Griechenland und fand eines Tages meinen Gebetsteppich und meine Abaya mit der ich betete und dann war sie sich natuerlich sicher das ich Muslimin geworden bin und was daraufhin folgte ist mehr als schlimm fuer mich gewesen.

Als aller erstes sagte mir meine Mutter ich solle direkt das Haus verlassen sie kann nicht mit einer muslimin in einem Haus leben. Ich habe daraufhin bei meiner schwester gewohnt um zu sehen was ich machen werde denn es ist ja nicht nur das ich bei meiner Familie im Haus lebe sondern auch in den Firmen meines Vaters arbeite, mit anderen Worten ich war voll und ganz abhaengig und konnte nicht gehen. Und zu Anfang wollte ich auch nicht denn ich hatte Hoffnung das es vielleicht noch klappen koennte. 4 Monate lang gab es nur Streit und Traenen ich kann es nicht beschreiben es war einfach ein Drama. Und das schwierige war das ich selber zu diesem Zeitpunkt natuerlich ein gewisses Wissen hatte vom Islam aber ich war ja kein Sheikh was das Wissen betrifft und bin es natuerlich immer noch nicht, also war es unheimlich schwer die ganzen Fragen die aufkommen zu beantworten und vor allem wie will man einem Menschen etwas erklaeren der gar nichts verstehen will.

Denn es ging nicht um die Religion oder ob Islam richtig oder falsch ist. Es geht nur um Kultur und Familie und was die Leute sagen werden. Mein Vater ist ein sehr angesehener menshc in der griechischen Geselschaft in Deutschland und meine Familie ist auch sehr reich und deswegen war dies fuer meine Eltern mit Abstand das schlimmste was Ihnen passieren konnte.Mir wurde gesagt ich haette mein Land meine Familie meine Religion und meine Kultur verraten. Und das es eine Schande ist und was man nun den Leuten sagen wird. Das ist das ganze Problem bei der Sache. Und dann ist da auch noch ein zweiter Faktor, das sich die Eltern die Schuld zusprechen und meinen wir haben es nicht geschafft sie in 24 Jahren nach unserer Religion und Kultur zu erziehen und jetzt ist irgendjemand gekommen und hat ihr in wenigen Monaten den Kopf verdreht … aber so ist das ja gar nicht … ich habe ja nicht den Islam angenommen weil ich einen Araber heiraten wollte oder einen Muslim. Und ich bin jetzt seit einem Jahr und 4 Monaten Muslimin und bin immer noch unverheiratet, das hat ja damit nichts zu tun gehabt. Es war ganz und gar aus eigenen Stuecken und das ist das schlimmste fuer die familie denn man kann keinem die Schuld zusprechen.

Als ich dann von mir aus gefuehlt habe das ich alles was ich konnte getan hatte und das ich zu diesem Zeitpunkt zumindest (allahou allem ob sie es je akzeptieren werden) als praktizierende Muslimin nicht in meiner Familie bleiben konnte ( die waren schon am Ehemann suchen und es war einfach zu gefaehrlich noch laenger da zu bleiben) und Dank der Hilfe einiger meiner Bruedern und Schwestern im Islam habe ich einen Job gefunden in Dubai in den V.A.E. und bin nach einigen vielen istikhara Gebeten in ein Flugzeug gestiegen um mit 250 Euro in der Tasche ein neues leben anzufangen. Und bin somit in ein Land geflohen das ich nicht kenne.

Al7amdullillah jetzt nach 6 Monaten hier geht es mit gut und ich habe Freunde und versuche auch in den jeweiligen Islamic Centers hier mehr Wissen zu bekommen und anderen nicht Muslimen oder neu Konvertierten zu helfen.

Dennoch ist es schwer ploetzlich ohne seine Familie zu leben und weit weg von Freunden und alles was man kennt, es ist eine offene Wunde die im Moment nicht zu heilen scheint aber Allah ist mit mir und gibt mir taeglich Kraft um alles durchzustehen und macht mich zufrieden und gluecklich und ich weiss das jede Schwierigkeit und jede Sekunde Traurigkeit ajr und hassanat ist und somit eine Barmherzigkeit von Allah.

Maasalama

Jannah

 

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