Das Fasten im Monat Ramadan

Das Fasten im Monat Ramadan

Von Sheikh Yusuf Estes

 

Der Islam basiert auf fünf grundlegenden Säulen; dem Glaubensbekenntnis (Shahada), dem Gebet (Salah), dem Entrichten der Almosensteuer (Zakah), dem Fasten (Saum) und der Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch).Das Fasten bildet die vierte Säule des Islam. Allah gebot allen erwachsenen Muslimen, die dazu im Stande sind, täglich im Monat Ramadan zu fasten. Der Ramadan ist laut islamischen Kalenders der neunte Monat, welcher mit dem Sichten des Neu-Mondes beginnt.

Ausgenommen vom Fasten sind nur die Alten und die Kranken. Rein physikalisch betrachtet beginnt das Fasten bei Sonnenaufgang und endet mit dem Sonnenuntergang. Das Essen und Trinken sind währenddessen nicht erlaubt, ebenso wenig der Geschlechtsverkehr. Auf der moralischen Ebene aber, muss der Fastende vom Lügen, Lästern, Streiten und insgesamt von der trivialen Sinnlosigkeit Abstand nehmen.

Allen, die an einer Krankheit leiden, den Älteren oder den Reisenden, sowie  den Frauen, die ihre Regelblutung haben, schwanger sind oder stillen müssen, ist es erlaubt das Fasten zu unterbrechen.

Die Betroffenen sollen, sobald es deren Zustand zulässt, die versäumten Tage zu einem späteren Zeitpunkt im selben Jahr nachholen. Falls man körperlich jedoch nicht in der Lage dazu ist, muss man für jeden versäumten Tag einen Bedürftigen speisen. Kinder sind verpflichtet ab der Pubertät mit dem Fasten (als auch mit dem Beten) zu beginnen, obwohl viele schon früher damit anfangen.

Im Zusammenhang mit dem vorbildlichen Fasten bemüht man sich außerdem den ganzen Koran zu lesen. So werden auch spezielle Gebete in den Moscheen gehalten, wie zum Beispiel die Trawih- Gebete, in denen jeden Abend ein ganzer Juz (Kapitel) des Korans gelesen wird, sodass am Ende des Monats Ramadan der komplette Koran rezitiert wurde. Dies wird zur Erinnerung an die Tatsache durchgeführt, dass die Offenbarung des Korans an den Propheten Muhammad (Friede sei auf ihm) im Monat Ramadan begann.

Innerhalb der letzten 10 Tage des Ramadans befindet sich die sogenannte Nacht der Kraft (Laylatul Qadar). Niemand weiß genau an welchem dieser 10 Tage diese Nacht ist und wahrscheinlich ist das jedes Jahr ein anderer Tag. Diesen Abend im Gebet zu verbringen ist einem tausend Jahre langem Gebet gleichzusetzen, sprich, Allahs Belohnung dafür ist sehr groß.

Am ersten Tag des auf den Ramadan folgenden Monats, nachdem ein neuer Mond gesichtet wurde, wird ein Fest gefeiert, welches Id al Fitr genannt wird. Dabei wird eine Menge von essentiellen Nahrungsmitteln an die Armen gespendet (Zakat al Fitr). An diesem Festtag ist jeder frisch gebadet und trägt seine beste, vorzugsweise neue, Kleidung. Am Morgen wird ein gemeinsames Gebet verrichtet und anschließend werden die Freunde und Verwandten besucht.

Neben dem Fastenmonat Ramadan gibt es noch zusätzliche Fastentage im restlichen Jahr. Muslime sollten 6 Tage im Monat Schawal fasten, der Monat nach Ramadan, Montags und Donnerstags, und der neunte und zehnte oder der zehnte und elfte von Muharam, der erste Monat vom Jahr.

Der zehnte Tag, welcher Aschurah genannt wird, fasten auch die Juden (Yom Kippur) und Allah befiehlt den Muslimen zwei Tage zu fasten um sich so von  den Leuten der Schrift (Juden,Christen) zu unterscheiden.

Während Fasten an sich beherzt ist, vor allem regelmäßiges fasten, genauso wie das Mönchtum, die Ehelosigkeit, und andere Zurückweisungen der realen Welt ( bei Nicht-Muslimen), sind diese jedoch im Islam verdammt.

Es ist strengstens verboten an den zwei Festtagen, Id al Fitr und Id al- Adha zu fasten, ebenfalls an dem Hajj- Fest.

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